Wenn die Tage länger werden und die Natur zu neuem Leben erwacht, zieht es auch unsere Hunde und Katzen wieder vermehrt nach draußen. Doch so schön der Frühling ist – er bringt auch Gefahren mit sich, die viele Tierhalter unterschätzen. Besonders Frühjahrsblumen können für Haustiere giftig sein.
In diesem Beitrag erfährst du, welche Pflanzen problematisch sind, welche Symptome auf eine Vergiftung hinweisen und wie du deinen Vierbeiner schützt.
Diese Frühjahrsblumen sind giftig
- Tulpen
Tulpen gehören zu den Klassikern im Frühling – leider auch zu den giftigen Pflanzen, denn sie enthalten giftige Tuliposide.
Gefährlichste Teile: Zwiebeln, aber auch der Rest der Pflanze ist giftig
Mögliche Symptome:
- Erbrechen
- Durchfall
- Speichelfluss
- Apathie
- Narzissen (Osterglocken)
Narzissen, auch Osterglocken genannt, zählen zu den beliebtesten Osterblumen und sind besonders für Katzen und Hunde problematisch. Sie enthalten giftige Alkaloide, die schon in kleinen Mengen nicht ungefährlich sein können.
Gefährlichste Teile: Zwiebeln, aber auch der Rest der Pflanze ist giftig
Mögliche Symptome:
- Krämpfe
- Herzrhythmusstörungen
- Erbrechen
- Zittern
- Maiglöckchen
Schön und extrem gefährlich: Maiglöckchen zählen zu den giftigsten Frühjahrspflanzen überhaupt. Sie enthalten Glykoside, die direkt das Herz angreifen und schon in geringen Mengen hochgefährlich sind. Maiglöckchen gehören in keinen Tierhaushalt – weder in die Wohnung, noch in den Garten.
Gefährlichste Teile: Gesamte Pflanze. Schon ein paar Blütenblätter können tödlich sein.
Mögliche Symptome:
- Herzrhythmusstörungen
- Schwindel
- Erbrechen
- Durchfall
- Krokus
Krokusse gibt es in verschiedenen Variationen: Frühling und Herbst. Beide sind giftig, Herbstkrokus sogar hochgiftig.
Gefährlichste Teile: Gesamte Pflanze.
Mögliche Symptome:
- Erbrechen
- Durchfall
- Speichelfluss
- Hyazinthen
Hyazinthen duften intensiv und sind von März bis Mai auf vielen Balkonen und Terrassen zu finden – für unsere Vierbeiner sind leicht giftig und können die Schleimhäute reizen.
Gefährlichste Teile: Zwiebeln
Mögliche Symptome:
- Hautreizungen
- Magen-Darm-Beschwerden
Ungiftige Pflanzen im Frühling
Du musst nicht komplett auf Frühlingsblumen verzichten. Diese Pflanzen sind in der Regel unbedenklich:
- Gänseblümchen
- Veilchen
- Laveldel
- Ringelblume
Dennoch gilt: In großen Mengen sollte auch Ungiftiges nicht gefressen werden.
So schützt du deinen Vierbeiner vor giftigen Pflanzen
- Garten und Wohnung prüfen
Wenn du im Frühjahr neue Blumen pflanzt, solltest du dich für Pflanzen entscheiden, die für Hunde und Katzen unbedenklich sind. Das gilt auch für Schnittblumen, denn auch Blümchen in der Vase können von deiner Fellnase angeknabbert werden. Ein Hochbeet oder Abdeckungen über frisch gepflanzte Zwiebeln können das Risiko zusätzlich verringern, sind aber keine hundertprozentige Absicherung gegen neugierige Vierbeiner.
- Aufmerksamkeit beim Spaziergang
Nicht nur im Garten oder den eigenen vier Wänden lauert die Gefahr: Auch während des Spaziergangs solltest du darauf achten, dass dein Hund nicht mit giftigen Pflanzen in Berührung kommt. Beobachte dein Tier aufmerksam – ein gut trainiertes Kommando für “Aus” ist im Ernstfall sehr wichtig.
- Erste-Hilfe Set für den Notfall
Im Ernstfall muss es schnell gehen, deshalb sollte deine Notfallapotheke diese Dinge auf jeden Fall beinhalten:
- Aktivkohletabletten – Ersetzen keinen Tierarzt, aber sind eine sinnvolle Erstmaßnahme. Sollten innerhalb von 30 Minuten nach dem Fressen gegeben werden. Dosierung: 1g pro kg Körpergewicht.
- Einwegspritze ohne Nadel (20 ml) – als Hilfe, um aufgelöste Kohletabletten zu verabreichen.
- Giftnotruf – am besten direkt in deinen Kontakten abspeichern. Der Notruf ist primär für Menschen mit Vergiftungen gedacht, kann aber auch bei Tieren helfen. Bei einem akuten Notfall sollte dennoch immer ein Tierarzt oder eine Tierklinik aufgesucht werden. Es gibt unterschiedliche Rufnummern für Bundesländer. Hier findest du eine Liste, bei der du die für deine Region raussuchen kannst.
Vorsicht ist besser als Nachsicht
Der Frühling ist eine wunderbare Zeit – auch für unsere Vierbeiner. Doch gerade jetzt lauern versteckte Gefahren im Garten, Park oder sogar in den eigenen vier Wänden. Mit etwas Aufmerksamkeit und dem richtigen Wissen kannst du deinen Hund oder deine Katze effektiv schützen.
Unser Tipp: Informiere dich regelmäßig über giftige Pflanzen und gestalte die Umgebung deines Tieres möglichst sicher.
